Prominente Alumni

Wenn ich am Vormittag jeweils in meinen Coworking Space gehe, dann muss ich zirka 10 Minuten zu Fuss gehen. Dabei komme ich an der Berkeley High School vorbei, wo V. zur Schule geht.

Ein Projekt mit den Studierenden hat vor einiger Zeit die Stromkästen der Umgebung mit den Porträts von bekannten oder berühmten Alumni der BHS bemalt.  Unter den ehemaligen Schülern sind als zum Beispiel Philip K. Dick, Bobby Seale, Phil Lesh, Thornton Wilder, Chinaka Hodge und Joshua Redman. Im Netz findet sich eine erweiterte Liste mit bekannten Berkeley High School People.

Ausflug nach San Francisco

Gestern war ich als Chaperone mit den Bio-Klassen von Valerys Lehrer Uri Skowronsky unterwegs. In Kalifornien ist es so, dass Ausflüge nur dann genehmigt werden, wenn pro 10 Schüler/innen eine Betreuungsperson – ein so genannter Chaperone – mitkommt. Mr. S. wollte nun mit all seinen 4 Biologie-Klassen in die California Academy of Science, das heisst, mit etwa 120 Schülerinnen und Schülern, alle Freshmen der Berkeley High School.

So bekam ich dann eine Gruppe von 9 Schülerinnen und Schülern zugeordnet. Meine Gruppe war zufälligerweise dann auch gerade Gruppe #9 (siehe Bild mit dem entsprechenden Folder, Gruppe auf dem Bild ist Gruppe #10 mit ihrem Chaperone). Valery war nicht in meiner Gruppe.

Mein Job war es, sicherzustellen, dass bei vier Checkpoints alle 9 anwesend waren, keine/r verloren ging. Nun, ich hab’s geschafft. Es war nicht schwierig, obwohl sich natürlich keines der 9 Gruppenmitglieder für mich interessierte. War ja klar. Und auch ok. Die Kids waren alle nett und haben sich benommen. Ich hab dann mit der Zeit rausgefunden, dass ich einfach mit ihnen klar abmachen musste, wo und wann man sich trifft. Sie mussten dann von mir auch Stickers bekommen, dass sie die und die Ausstellung gesehen hatten. Wer sein Zeugs nicht hervorkramen wollte, um die Stickers drauf zu kleben, musste sich dann selbst melden, um die Stickers zu bekommen. Ein paar Kids haben’s dann halt vergessen.

Auf jeden Fall kam ich also gestern zu meiner ersten Schoolbus-Experience, denn wir fuhren mit den gelben Schulbussen nach SF.

Starting CalAcademy Day
Groups #9 and #10
sfinsight
Bay Bridge
bus
Schoolbus Experience

707 ethnic code

Etwas beschäftigt mich sehr, seitdem ich hier bin: der Rassismus. Als wir die Jungs beim Berkeley Unified School District anmeldeten, mussten wir viele Formulare ausfüllen. Auch den Ethnic Code muss man dabei angeben. Es werden also offiziell Rassen unterschieden (siehe Bild unten, Auszug Anmeldeformular). Auch gemischte »Anteile« werden angegeben. Offensichtlich: Es sind nicht alle gleich. Mensch wird codiert. 707 sind wir: white, european descendant. Bei allen offiziellen Stellen muss man die Rassenzugehörigkeit angeben. Rassismus ist systemimmanent. Während es in Europa eher die Nationalität ist, nach der Menschen diskriminiert werden, ist es hier die Rassenzugehörigkeit.

ethnic_codes

»Diskriminierung« bedeutet ursprünglich nur »Unterscheidung«. Aber hier ist klar, dass auch »Benachteiligung« mitgemeint ist. Das wird einem spätestens dann klar, wenn man diese Plakate sieht.

Black Lives Matter

Wer würde denn etwas anderes behaupten? Ist dieses Plakat eine Replik auf die herrschende Meinung? Ist das wirklich nötig? Ja, es ist nötig. Gerade gestern wurde an der Berkeley High School ein Computer in der Bibliothek gehackt, um einen Aufruf zum Mord zu platzieren. Sogar ein Datum wird genannt.

Die Schulleitung hat gleichentags reagiert und dieses hate crime klar verurteilt. Es ist schockierend. Und es ist offenbar nicht das erste Mal, dass ganz schlimme Andeutungen an abscheuliche KKK-Verbrechen so verherrlicht und zur Gewalt aufgerufen wird. Letztes Jahr wurde eine Schlinge an einen Baum gehängt, auch dies eine Anspielung auf die Lynchmorde, die sich hier offenbar gewaltbereite Rassisten herbeiwünschen.
V. hat eben per Watsapp gemeldet, dass im Moment fast alle Schüler demonstrieren, so auch er, und die Schule selbst meldet, dass auch Teachers und BHS-Staff-Members mitlaufen. Zwei Helikopter kreisen über der Stadt. Hoffentlich passiert nichts…

#BHSWalkOut

Freifächer und Einstufungstests

Heute konnte Tibor an der Martin Luther King Middle School (siehe unten der Innenhof des Verwaltungsgebäudes) die Freifächer wählen: Digital Arts, Film Studies, Sports and Games, French, S.T.E.M.

MLK

Valery hatte heute den French World Language Placement Test und kann in niveau 5/6 einsteigen und muss nicht von vorne beginnen. Jetzt gerade sitzt er im Math placement Test und hat weder Taschenrechner noch Geodreieck und Lineal dabei, weil wir bis heute 11 Uhr keine Ahnung hatten, dass der Test stattfindet. Wir müssen uns hier viel mehr selbst um alles kümmern, sonst verpasst man es einfach. Man kann sich daran gewöhnen, wenn man es mal geschnallt hat. 🙂

BHS

World Languages Placement Test