Beruf und Familie

Gestern fuhr ich zu einem Vortrag von Madeleine, die instructional designer ist, also so etwa das, was ich in Zurich auch war. Ich musste in den Highland Country Club in Oakland, einem Zentrum in den Oakland Hills, etwa 20 Minuten von meinem Wohnort mit dem Auto. Ich bestellte einen Uber, so wie ich das oft mache hier, weil es nicht viel kostet, vor allem verglichen mit den ÖV nicht. Ich wählte also meine Uber-App und drückte auf Request. Wie immer in der App sieht man dann, wer kommt, welche Bewertungen und Kommentare er oder sie bekommen hat und welches Auto er oder sie fährt.

Gestern also holte mich Al vor unserem Haus ab, um mich zum Treffpunkt der STC Berkeley zu bringen, der Organisation, die monatlich ein Treffen organisiert. Gestern war eben Madeleine dran, eine erfahrene Erwachsenenbildnerin und Ausbilderin, Linguistin und Autorin. Al ist kommt aus dem irak. Er begann gleich mit mir zu sprechen. Er war neugierig, ob der Highland Country Club ein Gym sei. Ich sagte nein, es sein nur der Treffpunkt und ich ginge zu einem Vortrag. Er fragte dann weiter, und so kamen wir ins Gespräch. Wir sprachen über die Bay Area, und schliesslich, warum wir nach Berkeley kamen. Ich erklärte ihm, dass die Wahl wegen der öffentlichen Schulen auf Berkeley gefallen war. So sprachen wir über Ausbildung und Jobs. Ich fragte ihn, ob er er Kinder hätte. Er sagte, er habe einen siebenjährigen Sohn, eine neunjährige Tochter und noch eine einmonatige Tochter.

Wir kamen auf das Thema Geld. Ich fragte, ob er noch einen anderen Job habe. Er sagte, er studiere. Er habe nur einen Bachelor, der aber von der Uni Berkeley nicht anerkannt sei, und er habe nun die Wahl gehabt, sein Studium zu wiederholen oder etwas Neues zu studieren. Jetzt studiert er Engineer. Er hat sich für ein neues Thema entschieden. Seine Frau sei Chemikerin, sagte er, mit PhD, und habe bei einer grossen Firma gearbeitet. Jetzt aber sei sie zu Hause bei den Kindern und habe ihren gut bezahlten Job aufgegeben. Er sei jetzt beruhigt, dass die Kinder in guten Händen seien. Es sei halt finanziell etwas knapp. Aber man müsse halt da durch. Ich sagte nur halblaut: What a waste. I mean, it’s great that you can study. But now your wife wastes her career. 

Ich meine, es müsste nicht so sein. Ich habe ihn aber nicht gefragt, warum nicht er bei den Kindern bleibe und seine Frau arbeite. Ich dachte, ich würde die Antwort bereits kennen. Inzwischen müsste ich es aber eigentlich besser wissen und fragen. Denn nicht immer ist die Antwort die, die man erwartet.

Foreign born

Hier in den USA ist man foreign born, wenn man nicht hier geboren ist. Wie es der Begriff ja sagt. Das heisst aber nicht, dass man irgendwann dann Amerikaner/in ist. Interessant sind die Zahlen. Wir vergessen oft, dass auch viele Schweizer/innen ausgewandert sind, damals, als bittere Armut viele zur Migration zwang. Wie wir wissen, wurden einige Arme regelrecht deportiert und aufs Schiff nach Amerika gesetzt. Es gibt Fälle, da wurden die armen Toggenburger dann wieder nach Hause geschafft… Herumgeschoben. Ein Phenomen, welches offenbar nicht neu ist, wenn vielleicht auch in unserem heutigen Ausmass schon. Ich muss ehrlich sagen, ich weiss nicht mehr, wo ich das gelesen habe. Wenn ich es wieder finde, dann liefere ich die Quellen nach. Vielleicht kann jemand einen Kommentar schreiben, wenn er/sie weiss, wovon ich spreche? Danke!

Hier eine interaktive Karte, die zeigt, woher und wieviele Menschen in die USA imigriert sind im Laufe der Zeit, zwischen 1850 und 2010. Manche Zahlen überraschen. Andere weniger.

Link: Interactive Map