Ugly Christmas Sweater

Ugly Christmas Sweaters

Der Ugly Christmas Sweater (UCS) ist ein besonders, bunter, mit Weihnachtsmotiven geschmückter, hässlicher Pullover, den früher, so vermutet man,  die alten Tanten für die Familienmitglieder strickten und sie ihnen dann zu Weihnachten unter den Baum legten.

Der Urban Dictionary beschreibt die Sweater als

„A hideous article of clothing, received from relatives who don’t like you.“

Die Sweater wurden natürlich in die Kleiderschränke verbannt. Die Pullover waren ursprünglich wohl als besonders originell betrachtet und vor allem Kindern geschenkt. Doch besonders Teenager wären lieber auf der Stelle in den Boden versunken, als so eine Scheusslichkeit zu tragen.

Die Tradition des Christmas Sweater nahm in den USA laut TIME Magazine im späten 19. Jahrundert ihren Anfang.  Wirklich äusserst hässliche Exemplare sollen in den letzten Jahrzehnten dann aufgetaucht sein. Bill Cosby, heute anderweitig bekannt, soll sich dann in seiner Show als Ugly Sweater Ikone hervorgetan haben. Andere Prominente taten das Ihre dazu, dass die bunten Klamotten ihre Popularität behielten. in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts begann der Ruf der UCS dann zu schwinden. Aber nicht für lange. Etwa zehn Jahre später begann man die Geschmacklosigkeiten dann doch zu vermissen und damit  war ein neuer alter Trend wiedergeboren: Der Ugly Christmas Sweater.

Der Ugly Christmas Sweater steht für Spiessertum, genau so wie die Mom Jeans respektive die Dad Jeans, mit denen niemand Geringereres als Barack Obama Furore machte. Endlich dufte man sich einmal im Jahr über die Biederkeit lustig machen und sich in solch abstossenden Kleidern zeigen. Aber aufgepasst: Nur in den vier Wänden, in denen die Party stattfindet, doch niemals im öffentlichen Raum! Wer also auf dem Weg zu einer Party ist, muss dafür sorgen, dass sich die Umwelt dieser Geschmacklosigkeit nicht aussetzen muss. Man bedeckt sich und seinen UCS züchtig mit einer Jacke oder einem Mantel.

By the Way: Die Mom Jeans sind ja scheint’s wieder in. Echt jetzt. 😉

Ugly Sweater Lebkuchen

Don’t say „I know“

 

Heute war ich mit Madeleine auf dem Oakland Farmer’s Market und anschliessend zum Lunch bei Cosecha im Swan’s Market. Schönes altes, belebtes Oakland!
Madeleine ist eine talentierte Linguistin. Sie ist in Oakland aufgewachsen. Ihre Vorfahren stammen aus Russland/Ukraine und Irland, in ihre Familie hat man schon viele Sprachen gesprochen. Irisch ist eine gaelische Sprache, und mit diesem Erbe und ihrem Interesse an Sprachen hat sie zu Bretonisch gefunden, das keltischen Ursprungs ist: Vor vielen Jahren begann sie es zu lernen und spricht es heute fliessend. Sie pflegt die Sprache mit regelmässigen mehrwöchigen Besuchen in der Bretagne, Brittany in Englisch. Sie schreibt ein Blog, welches diesem Teil in ihrem Leben gewidmet ist.

Auf dem Weg zum Stadtzentrum dahin bat ich sie, doch bitte mein Englisch zu korrigieren. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, in Begleitung einer Anglistin zu sein. Wir sprachen über die Zeitformen bei negativen Antworten und anderen Unsicherheiten meinerseits.
Beim Essen sagte sie mir dann, dass ich in einer Konversation auf keinen Fall I know! sagen sollte,  auch wenn es stimmt. Ich soll meinem Gegenüber einfach zeigen, dass ich zuhöre und verstehe. Also nicht so: This is one of the oldest buildings in the city. – I know! Auf keinen Fall, denn dieses I know wird in der Regel als rude angesehen. Auch wenn das I know total begeistert und zustimmend tönt (wie es ja auch gemeint ist). Richtig wäre also, zu sagen: This is one of the oldest buildings in the old city. – Oh, awesome! oder nur Oh! oder Mhm, und nicken. Wenn man sage I know, dann gäbe man dem Gegenüber zu verstehen, so Madeleine, dass man das schon längst wisse und somit gelangweilt wäre, was für den Gesprächspartner schwierig oder komisch bis beleidigend sein könnte, jedenfalls irgendwie awkward.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs sagte sie mir dann auch plötzlich: Don’t say „yes“! – aus dem gleichen Grund. Ich weiss nicht mehr genau, was wir besprochen hatten, aber das „Yes“ war ebenfalls als bestätigende Intervention gemeint, aber auch dies könne leicht als grob und sehr unhöflich aufgenommen werden.

Mein Fazit: Unterstütze die sprechende Person, gib ihr zu verstehen, dass du zuhörst und das Gespräch interessant findest. An sich ist dies auch bei uns so. Aber hier sind die Amerikaner/innen in meinen Augen etwas empfindlicher. Ich habe etwas ganz Wichtiges gelernt heute: Ich weiss jetzt, warum ich (noch) keine Freunde habe. Aber das wird sich jetzt ändern! Awesome!