The Last Bookstore

Day 4 – Downtown LA

Am vierten Tag beschlossen wir, den famosen Last Bookstore in der Innenstadt zu besuchen und gleich noch im Grand Central Market zu Mittag zu essen. Der mexikanische Uber-Fahrer empfahl uns eine bestimmte Tacos-Bar im Market. Da die anderen alle etwas anderes essen wollten, machte ich mich alleine auf den Weg zur Tacos-Bude und bestellte 4 Tacos, im Glauben sie seien etwa normal gross und problemlos zu zweit zu verspeisen. Nun nein, sie waren gigantisch, dementsprechend viel blieb leider übrig. Hier sieht man viel mehr Arme, als bei uns. Es gibt mehr Leute, die zu wenig zu essen haben, oder auch zu wenig Geld, um sich gesundes Essen zu leisten. So eine Verschwendung ist also schlicht daneben. Aber Tibor genoss seine Berliner Currywurst, Valery seinen Hamburger und Roger seine Pasta vom Italiener.

grand_central_market central_market

Nach dem Markt wollten wir den historischen Distrikt sehen, und vor allem auch das Bradbury Building, welches von aussen eher unscheinbar aussieht und erst im Inneren seine umwerfende Eleganz entfaltet.

Schliesslich schafften wir es in den Last Bookstore, einem hinreissenden Antiquariat, das auch neue Bücher verkauft. Im oberen Stock konnte man durch den Büchertunnel gehen und es sich auf antiken Sesseln mit einem Buch gemütlich machen. Im oberen Stock haben sich auf der Galerie auch ein paar Shops und Künstler eingemietet, bei denen man auch vorbei gehen und deren Art kaufen kann.

The Last Bookstore

 

Day 3 – Universal Studios

Am dritten Tag fuhren wir zu den Universal Studios. Das rennommierte Filmstudio betreibt einen dem Disneyland ähnlichen Park auf dem Gelände der eigentlichen Studios. So sagten wir uns: Einmal im Leben. Wir waren ja noch nie im Disneyland (und wollen da auch nicht hin, wenn’s nicht sein muss). Also los.

Universal Studios

Der erste Eindruck war: Disneyland. So musste es aussehen: miniaturisierte und auf Kulisse gemachte Gebäude, Paris, London, das alte Europa der alten Geschichten. Dann am Rand die einzelnen Stationen, teils Arenen für Kurztheater, teils dunkle Gebäude zum Eintauchen in die virtuelle 3D-Kinowelt. Dazwischen Fastfood, Coca-Cola und Zuckerwatte, eine einzige Mega-Chilbi.

Universal Studios Park

Die Waterworld war unsere erste Station, und wir begannen damit gleich bei der ziemlich schlechten Performance einiger momentan unterbeschäftigten Schauspieler. Das Schauspiel bestach weniger durch feine Dramatik, als vielmehr durch Wasserfahrzeug-Spektakel und  plumpem Machtkampf zwischen den Guten und den Bösen. An die Namen der Protagonisten erinnere ich mich nicht mehr. Es war zu uncharmant.

Waterworld

Dann gingen wir erst mal durch den Park und landeten im Jurassic Park. Mit einem Boot fuhren wir gemütlich durch die Landschaft der Insel, auf der Jurassic Park, der Film, spielt. Plastik-Dinosaurier lauerten überall, aber akustisch war es durchaus eindrücklich. Bald fuhren wir dann in den Berg und hier wurden die röhrenden Dinos dann schon etwas furchteinflössender. Als ich schliesslich sah, dass das vor mir ein Regenvorhang zu durchfahren war, ahnte ich, dass wir hier auf einen Wasserfall zuglitten… So war es auch. 25 Meter in die Tiefe fielen wir mitsamt dem Boot und den rund 100 Passagieren… das war breathtaking. Ich war froh, dass ich die Beschreibung des Parks und seiner Attraktionen nicht gelesen hatte, nie und nimmer wäre ich in dieses Boot gestiegen, hätte ich gewusst, dass ich am Schluss einen Riesensatz in die Tiefe nehmen würde. Ich realisiert, dass ich keine Herzattacke hatte, doch nicht so schlimm, oder nein, eigentlich ganz lustig!

Das Gefühl danach war leicht euphorisch. Wir freuten uns auf das Nächste, denn es würde ja wahrscheinlich noch mehr von der abenteuerlichen Sorte passieren. So war es dann auch. In der Transformers-World verwandelten wir uns in die Troops, die die Welt vor dem Bösen zu retten hatten und fuhren un unseren Militärkarren in die Welt der Zerstörung. Mit 3D-Brillen ausgestattet flogen wir zwischen Wolkenkratzern herum und schwere Metallkörper und -Splitter uns um die Ohren. Auch Bomben wurden nach uns geworfen und sonstige schlimme Riesenteile, und wir flogen durch Scheiben und zerschellten am harten Betonboden… und starben tausend Tode… das alles virtuell. Was half war laut schreien und Augenschliessen, sollte es zu bunt werden. Doch alles in allem ganz eindrücklich. Die Chilbibahn gepaart mit 3D-Technologie und bestem Sound: Schon bist du selbst mitten im Film und fliegst rasend in der unwirtlichsten Gegend rum. Nicht auszudenken was noch kommen wird mit den Möglichkeiten der künftigen virtual reality!

Ganz eindrücklich war dann die Studiotour durch das echte Studiogelände mit den riesigen Hallen, in denen die Bühnen auf- und abgebaut werden, auf denen die Filme und TV-Shows produziert werden. Interessant auch, dass Kulissen, die zum Teil seit Hitchcock bestehen, wie Norman Bates‘ Motel, noch immer benutzt werden, von New Yorks und Londons Strassen, kleinen Dörfern und Wisteria Lane, die dann in Natura viel kleiner aussehen als im Film…

Universal Studiogelände

Ende Woche wird nun auf dem Parkgelände die Harry Potter-Welt eröffnet. Einen kleinen Eindruck konnten wir bereits bekommen. Quakende Unken, Zwerge und Hexen, massenhaft Zauberlehrlinge tummelten sich in der mittelalterlichen Märchenwelt, alles Touristinnen der imaginären Welt.

Harry Potter World

Was man auf den Bildern nicht wirklich sieht, sind die vielen vielen Menschen, die sich gleichzeitig durch die Gassen schieben. Und dies war wohl das Eindrücklichste an unserem Studiobesuch: Die Logistik war durchorganisiert. Man musste überall anstehen, wurde dann durch Abschrankungen und sich schlängelnden Reihen geschleust, bis man ganz genau auf jener Markierung am Boden zu stehen kam, die den Platz im Wagen oder im Boot repräsentierte, den man dann einnehmen sollte, wenn das Fahrzeug vor einem stand und man einsteigen konnte. Jeder Platz wurde ausgefüllt, Heerscharen von Staff standen bereit, um fast schon sekundengenau den Rhythmus aufrecht zu erhalten, in dem die Masse durch den Park bewegt wurde.

Day 2 – Koreatown

Am zweiten Tag spazierten wir nach Koreatown, die weltweit grösste koreanische Exilgemeinde ausserhalb Koreas. Nach etwa einer Stunde kamen wir im besagten Stadtteil an und fanden ein vollkommen unscheinbares, aber im Internet vielgerühmtes Restaurant: Park BBQ. Die vielen Fotos mit celebrities aus der kalifornischen und koreanischen Film- und Sportwelt im Eingangsbereich liessen erahnen, dass es sich ziemlich sicher um ein gutes Restaurant handle. Und ja, so war es auch. Das Essen war wunderbar!

Korean BBQ

Nach dem Essen spazierten wir Richtung La Brea zurück, wobei wir uns dann irgendwann einen Uber leisteten. Dies taten wir von nun an täglich, um überhaupt irgendwohin zu kommen in LA. Das einzige, was uns denn nicht so gefiel an LA waren die vielen vielen Autos. Es ist eine totale Autostadt. Letztendlich aber war die Uber-Fahrerei weniger teuer, als für sechs oder sieben Tage ein Auto zu mieten.