Äpfel im Schlafrock

Wieder konnte Tibors Klasse in die Küche, diesmal haben sie Apfelküchlein gebacken. Hier sind sie: Supereinfach und superfein!

Muerbeteig

Mürbeteig: 150 g Mehl, 60 g Butter, kalt, in feine Scheibchen oder Flocken geschnitten, 1 Prise Salz und ca 8 cl sehr kaltes Wasser.

Mehl und Salz mischen, Butterflocken zwischen den flachen Händen mit dem Mehl verreiben, bis alles fein verarbeitet ist. Dann Wasser beigeben und Alles zu einem Teig formen. Im Ganzen dauert dies etwa 5 Minuten. Im Kühlschrank ca 30 Minuten kühl stellen.

teigausgewallt

Teig in 6 bis 8 Portionenkugeln teilen und auswallen, möglichst rund.

Füllung herstellen aus 4 geschälten und entkernten Äpfeln, fein geschnitten, zusammen mit etwas Zucker und wenig Zimt vermischt.

apfel

Anschliessend Füllung auf die runden ausgewallten Teilkreise geben und den Rand hochfalten.

chuechli_unbaked

Ca. 20 Minuten bei 200 Grad im Ofen backen.

chuechli

 

Back to School

Der Schulanfang ist nun überstanden, die Back-to-School-Nights haben stattgefunden. An der Martin Luther King (MLK) Middle School am Donnerstag, 17. September und an der Berkeley High School (BHS) genau eine Woche später.

Die Back-to-School-Nights sind vergleichbar mit den Elternabenden, die an der Schule am Wasser auch immer im September stattgefunden haben. Nur sind Back-to-School-Nights keine Veranstaltungen für Eltern einer Klasse, sondern für die Eltern der ganzen Schule, also regelrechte Grossveranstaltungen.

Das Ganze funktioniert so: Die Eltern nehmen den Stundenplan ihrer Kinder und treffen sich um 18:30 zum Beispiel im Zimmer, wo die erste Stunde am Morgen jeweils stattfindet. Dort setzen sie sich an die Tische und hören, was die Lehrerinnen und Lehrer zu sagen haben. Diese berichten hauptsächlich davon, welche Themen in diesem Jahr besprochen werden und was sie von ihren Schülerinnen und Schülern erwarten. Falls Spezialwochen geplant sind, dann sind diese auch hier traktandiert. Auch Bewertungssysteme werden erklärt, Sanktionen im Falle von Übertretungen und wie es im Allgemeinen so geht. Die Eltern tragen sich in Präsenzlisten ein mit Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen, und dürfen selbstverständich Fragen stellen. Nach zehn Minuten wird gewechselt. Jetzt gehen alle Eltern zum Zimmer der zweiten Stunde ihrer Kinder. Und so erleben die Eltern quasi im Schnellgang den Tag ihres Kindes an der Schule, all die Wege, die es zurück legt, alle Teacher, denen es täglich begegnet und wie sich das anfühlt. Irgendwann findet dann noch die Ansprache der principals statt, auch dies eine Angelegenheit von zehn Minuten, denn Zeit hat an diesem Abend niemand wirklich.
Dennoch funktioniert es ziemlich gut und man bekommt einen Eindruck von Schule und Stimmung. Es ist auch nicht Sinn, dass hier lange Gespräche über die Schüler/innen geführt werden, diese sollen neben der Schule individuell stattfinden. Die Lehrpersonen sind per Mail ansprechbar und man bekommt Antwort.
Der Stundenplan ist an jedem Tag basically immer gleich, an beiden Schulen. Der Tag ist in 7 Perioden eingeteilt. Periode 0 beginnt an der BHS z. B. um 7:23 Uhr (!). Valery hat dann jeden Morgen Probe mit der Concert Band mit dem Power-Teacher-Duo Wells and Dougherty, ausser montags, weil sich am ersten Schultag in der Woche früh morgens alle Teacher zum Staffmeeting treffen. V. hat dann erst um 9:57 Uhr Schule ;-), und die Stunden dauern am Montag immer etwas weniger lang als an den anderen Tagen.
Der Periode 0 dauert bis 8:21 Uhr, dann beginnt nach einer kurzen Pause von 6 Minuten Biologie in der ersten Periode mit Herrn Skowronski und dauert bis 9:25 Uhr. Periode 3 bestreitet die Klasse mit Mme Carta (very old school french-teacher) von 9:31 bis 10:34 Uhr. Diese Stunde dauert also mehr als 60 Minuten. Periode 4 ist dann Mathematik mit Herrn Baird, der eben ein Kind bekommen hat und deshalb gerade für 2 Wochen auf paternity leave ist. Die Stunde dauert wie alle anderen ausser Französisch 58 Minuten und endet um 11:38 Uhr. Dann folgt die Mittagspause, bis es dann um 12:24 Uhr mit Global Studies bei Miss Villagran weiter geht. Dieses sozialwissenschaftliche Fach ist sehr interdisziplinär und oszilliert zwischen Geschichte der Amerikas (history of the americas) und Gesellschafts- und Umweltthemen wie Ethik, Migration, Ökologie etc. Im zweiten Semester geht es im Global Studies-Kurs dann um Identität und allem, was dazu gehört, so z. B. Sexualität, Rasse etc. Die siebte und letzte Periode an der High School ist dann Englisch mit Mr. Omwamba, den V. besonders mag. Um 3:30 Uhr ist Schluss.

Bei Tibor läuft es ähnlich. Er hat aber keine Musikstunde und geht deshalb erst auf Periode 1 in die Schule, die bei ihm um 8:45 beginnt. Dies ist seine History Stunde bei Miss Felarca, die dann in der zweiten Stunde gleich noch Englisch unterrichtet für English Learners, also Nicht-Englisch-Muttersprachler. In der dritten Stunde geht es in die Mathematik bei Miss Schneider, und anschliessend kommt Science bei Miss Bergan. Science ist eines von T.s Lieblingsfächern. Vor allem mag er auch die Lehrerin. Letzte Woche musste T. lernen, wie ein Mikroskop funktioniert und wie alle Teile heissen. Erst wenn der Test bestanden war, durften die Schüler/innen die Mikroskope benutzen. Jetzt muss er eine Zelle nachbauen – pflanzlich oder tierisch – und darf alle Materialien benutzen, die er findet oder mit denen er Lust hat zu arbeiten. Für dieses Projekt hat er etwa vier Wochen Zeit und muss es ganz zu Hause anfertigen.
Nach der Mittagspause folgt die Sportlektion bei Miss Crawley, die ganz lustig, im Moment aber auf maternity leave ist. In der Sportstunde sind etwa zwei Klassen zusammengelegt, was bedeutet, dass sich dann etwa 50 Kinder zum Sport treffen. Im Sport müpssen die Schülerinnen und Schüler alle das dunkelblaue Tenue der Schule anziehen, der einzige Moment, in dem eine Uniform verlangt wird.
In der Stunde nach dem Sport folgt S.T.E.M. bei Mr. Cohen, T.s momentanes Lieblingsfach noch vor Science. S.T.E.M ist ein Akronym für Science, Technology, Engineering und Mathematics und entspricht etwa unseren MINT-Fächern. Bei Mr Cohen ist dies im Moment etwa angewandte Physik, könnte man sagen,  denn T. arbeitet im Moment gerade an einem solar-betriebenen Fahrzeug. Er muss dabei selbst herausfinden, wie es funktioniert und wie er das Fahrzeug tatsächlich zum Fahren bringt. Das Fahrzeug wird natürlich auch selbst hergestellt, so dass da noch etwas Materialkunde dazu kommt. Am Donnerstag und am Freitag finden alle Fächer in Doppelstunden statt, die Perioden 1, 3 und 5 am  Donnerstag, die Perioden 2, 4 und 6 am Freitag. Zusätzlich hat T. dann noch je eine halbe Stunde Advisory, in der er vor allem liest. Hausaufgabe für jeden Tag ist 30 Minuten lesen. Überhaupt wird an beiden Schulen grosser Wert aufs Lesen gelegt, die Schülerinnen und Schüler der BIHS lesen neben der Klassenlektüre immer auch individuell ein Buch und sprechen sich mit den Teachern ab.

Edible Schoolyard

Heute war Welcome Fair an der Martin Luther King Middle School, wo morgen Tibor zum ersten Mal zur Schule geht. Der edible Schoolyard ist eine Spezialität der Schule: Die Schülerinnen und Schüler der 6. bis 8. Klasse lernen hier Gemüse und Früchte anzubauen, zu pflegen und zu ernten, um sie dann schliesslich zu kochen. Ein paar Hühner und Enten bewegen sich frei im Garten und geniessen ihr Leben an diesem idyllischen Ort!

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Initiiert wurde der Edible Schoolyard von Alice Waters, der berühmten Chef im Chez Panisse. Die Chez Panisse–Foundation sorgt dafür, dass die Initiative weiter lebt und hoffentlich auch kopiert wird. Im Restaurant hängt auch ihr Credo zu ihrer eigenen Initiative:

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Freifächer und Einstufungstests

Heute konnte Tibor an der Martin Luther King Middle School (siehe unten der Innenhof des Verwaltungsgebäudes) die Freifächer wählen: Digital Arts, Film Studies, Sports and Games, French, S.T.E.M.

MLK

Valery hatte heute den French World Language Placement Test und kann in niveau 5/6 einsteigen und muss nicht von vorne beginnen. Jetzt gerade sitzt er im Math placement Test und hat weder Taschenrechner noch Geodreieck und Lineal dabei, weil wir bis heute 11 Uhr keine Ahnung hatten, dass der Test stattfindet. Wir müssen uns hier viel mehr selbst um alles kümmern, sonst verpasst man es einfach. Man kann sich daran gewöhnen, wenn man es mal geschnallt hat. 🙂

BHS

World Languages Placement Test