Yosemite

Spring Break ist gerade vorbei: Wir waren endlich im wunderbaren Yosemite National Park und genossen schönstes Frühlingswetter! Die Buben waren die ganze Zeit über meistens an irgend einem Boulder anzutreffen, wo ihre Kumpels ebenfalls gerade übten, den Stein zu bezwingen. R. und ich wanderten herum und bestaunten die berühmten Gipfel.

Das Yosemite Valley liegt etwa auf 2’000 Meter über Meer, die Gipfel rund 1’000 bis 1’500 Meter höher. Weiter Richtung Nevada, in der High Sierra, geht es dann gleich auf 4’000 Meter über Meer hoch. Für diese Höhe gibt es im Valley auf 2’000 Metern jedoch noch sehr viel Vegetation, Laub- und Nadelbäume, blühende Sträucher, Blumen und auch Wiese. Obwohl der Granit sehr dominant ist verleiht die Flora dem Hochtal eine gewisse Lieblichkeit, die sich vor allem am Abend, in der Abendsonne zeigt. Der El Capitan oder der Half Dome erglühen dann in einem warmen Schein. Der an sich harte Granit erscheint dann sogar weich im Licht, geschichtet wie Schiefer. Dome heissen die Gipfel, weil sie rund sind, wie Kuppeln.

Yosemite ist ein National Park. Diese wurden gegründet, um Natur, so wie sie ist, möglichst unverändert, zu erhalten und allen zugänglich zu machen. Auf den Bildern sieht man denn von Weitem auch kein einziges Haus oder irgend ein Gebäude, obwohl es ein Yosemite Village gibt, einen Lebensmittelladen, eine Polizeistation, ein Medical Center, einen Richter, natürlich die Park-Ranger, ein Hotel, die Yosemite Valley Lodge, Campingplätze und ein paar wenige Restaurants oder Bars. Dann auch die Souvenirläden und ein paar Educational Centers. Aber sonst nichts, vor allem keine privaten Ferienhäuser oder -wohnungen.

Weitere Lodges gibt es nur ausserhalb des Parks, z. B. die Cedar Lodge, doch dies bedeutet bis zu 45 Minuten oder länger Autofahrt, bis man dann wieder im Park ist, und allenfalls Stau vor dem Eingang. Unsere kleine Wohnung lag etwa 30 Auto-Minuten vom Village im Westen des Parks. Dort gibt es tatsächlich zwei Condominiums mit je etwa 10 kleinen Wohnungen für maximal 4 Personen. Es gibt also nur beschränkt Platz. Wer keinen Platz mehr bekommt, muss abends wieder aus dem Park raus.

Um frei zu campen braucht man einen Wilderness-Permit, eine Bescheinigung, dass man weiss, welche Gefahren lauern und wie man sich richtig verhält, wie man zum Beispiel Nahrungsmittel richtig aufbewahren muss, damit kein Bär vor dem Zelt auftaucht. Der Wilderness-Permit ist ein Ausweis, mit dem man sich als wildniserfahren ausweist. Man weiss dann zum Beispiel auch, wie man bei Minustemperaturen oder bei anderen garstigen Wetterbedingungen draussen zurecht kommt oder was man tut wenn irgend ein Unwetter aufzieht. Oder wenn die Klapperschlange zubeisst, auch dann muss man wissen, wie man überlebt. Das sind natürlich nur zwei Aspekte. Wenn man ausserhalb der Campgrounds zeltet, dann weiss man, dass das hier Wildnis ist. Wir hörten nachts die Koyoten heulen. Obwohl wir im geschützten Condo übernachteten und bestimmt kein Koyote in die Nähe kommen würde, waren die Rudel nah genug, um einen Eindruck von Wilderness zu hinterlassen.

Auf der Website des Parks wird empfohlen, Übernachtungsmöglichkeiten 366 (!) Tage im Voraus zu buchen. Nun, es gibt einen Walk-in Campground. Vielleicht hat man dann da spontan Glück. Unsere Wohnung konnten wir zwei Monate im Voraus gerade noch buchen. Glück gehabt. Die vier Tage waren wunderbar!

Groundhog Day

Heute ist Groundhog Day, Murmeltiertag.

Am 2. Februar jeweils wird in Punxsutawney, Pennsylvania, der Groundhog Day gefeiert. An diesem Tag wird das Wetter bzw. der Frühlingsbeginn vorausgesagt, denn das Murmeltier Phil erwacht aus dem Winterschlaf und torkelt aus seinem Bau ans Tageslicht. Wenn es nun seinen Schatten sieht, dann bedeutet das, dass die Sonne scheint. Aber der Groundhog meint nicht etwa, dass jetzt der Frühling beginne, im Gegenteil. Er dreht sich um und geht wieder schlafen: Der Winter soll dann nämlich noch weitere sechs Wochen anhalten.

Falls aber Phil das Murmeltier keinen Schatten sieht, dann ist es bewölkt. Dann kriecht es aus der Höhle und sagt einen frühen Frühlingsbeginn voraus.

So feiert man in Pennsylvania jeden 2. Februar den Groundhog Day. Heuer wird es also laut Phil, dem Murmeltier, noch sechs Wochen dauern, bis der Frühling kommt.